Okey

Okey-Regeln einfach erklärt: vom ersten Stein bis zum Sieg

22. Oktober 2026Gamorio-Team3 Min. Lesezeit10 Aufrufe

Wer Okey zum ersten Mal sieht, hält es oft für kompliziert: 106 Steine, ein ausgeloster Joker, Begriffe wie Gösterge und Sahte. Dabei steckt hinter dem beliebtesten Spiel der türkischen Teestuben ein klares System, das sich in 10 Minuten lernen lässt. Dieser Leitfaden erklärt die Regeln so, wie sie auf Gamorio gespielt werden, und zeigt am Ende die Fehler, die neue Spieler am meisten kosten.

Das Spielmaterial: 106 Steine

Ein Okey-Satz besteht aus Zahlensteinen von 1 bis 13 in 4 Farben: Rot, Gelb, Blau und Schwarz. Jeder Stein existiert doppelt, das ergibt 104 Steine. Dazu kommen 2 Sondersteine mit einem Blumensymbol, die sogenannten Sahte-Steine (falsche Okey). Macht zusammen 106.

Gespielt wird zu viert. Einer mischt, die Steine werden verdeckt zu Reihen gestapelt, und jeder Spieler erhält seine Hand: der Spieler am Zug beginnt mit 15 Steinen, alle anderen halten 14.

Gösterge und Okey: der Joker wird ausgelost

Das Besondere am Okey: der Joker ist in jeder Partie ein anderer Stein. Vor dem Start wird ein Stein offen hingelegt, das ist der Gösterge (Anzeiger). Der Okey der Partie ist dann der Stein mit derselben Farbe und dem Wert 1 höher. Liegt also die rote 5 als Gösterge, sind die beiden roten 6er die Okey-Steine. Nach der 13 geht es mit der 1 weiter.

Die beiden Okey-Steine dürfen in deiner Hand jeden beliebigen Stein ersetzen. Und die Sahte-Steine mit dem Blumensymbol? Die springen genau umgekehrt ein: sie zählen als der Stein, der gerade Okey ist. Im Beispiel oben ist ein Sahte also eine ganz normale rote 6, nicht mehr und nicht weniger. Der häufigste Irrtum am Tisch ist, den Sahte für einen zweiten Joker zu halten.

Reihen und Gruppen: was zählt

Deine Hand gewinnt, wenn sich alle Steine in gültige Kombinationen ordnen lassen. Erlaubt sind 2 Formen:

  • Serie: mindestens 3 aufeinanderfolgende Zahlen in derselben Farbe, etwa Blau 7, 8, 9. Die 1 darf hinter der 13 angehängt werden (12, 13, 1), aber danach ist Schluss: 13, 1, 2 ist ungültig.
  • Gruppe: 3 oder 4 Steine mit derselben Zahl in lauter verschiedenen Farben, etwa die 10 in Rot, Blau und Schwarz.

Der Spielzug: ziehen und abwerfen

Jeder Zug besteht aus 2 Handgriffen. Zuerst nimmst du 1 Stein auf, entweder verdeckt vom Stapel oder den letzten Abwurf deines linken Nachbarn. Danach wirfst du 1 Stein deiner Wahl offen ab. So wandert die Hand Zug um Zug in Richtung einer fertigen Ordnung.

So gewinnst du

Fertig ist, wer 14 Steine vollständig in Serien und Gruppen geordnet hat und seinen 15. Stein abwirft. Daneben gibt es den Paar-Sieg (Çift): 7 Paare aus jeweils 2 identischen Steinen. Das ist schwerer und wird deshalb höher belohnt. Wer die Runde mit einem echten Okey-Stein als Schlussstein beendet, bekommt ebenfalls einen höheren Sieg gewertet.

Ein Detail, das viele übersehen: wer den passenden Gösterge-Stein auf der Hand hat (im Beispiel eine rote 5), kann ihn im klassischen Okey zu Beginn seines allerersten Zugs vorzeigen, noch bevor er zieht. Das bringt einen Punktvorteil gegen alle Gegner. Später in der Runde geht das nicht mehr, der Moment ist also schnell verpasst.

Die 3 Varianten auf Gamorio

  • Çanak: die schnelle Variante um einen gemeinsamen Topf. 1 Runde, 1 Sieger, der Topf wird sofort ausgezahlt.
  • Klassisch (Klasik): das Punkte-Match. Jeder Sieg zieht den Gegnern Punkte ab (normaler Sieg 2, Paar-Sieg 4, Okey-Schluss 4, Paare mit Okey-Schluss 8, vorgezeigter Gösterge 1 extra). Fällt ein Spieler auf 0, endet das Match, und der höchste Punktestand gewinnt.
  • 101 Okey: die Auslege-Variante mit eigenen Regeln, der eigene Leitfaden dazu steht hier.

Die 3 teuersten Anfängerfehler

  1. Den Okey zu früh festnageln. Wer den Joker sofort in die erstbeste Serie steckt, verschenkt seine Flexibilität. Halte den Okey so lange beweglich, bis klar ist, wo deiner Hand wirklich 1 Stein fehlt.
  2. Sahte und Okey verwechseln. Der Blumenstein ist kein Joker. Er ist genau der Stein, den der Gösterge anzeigt, und sonst nichts.
  3. Blind abwerfen. Deine Abwürfe füttern den rechten Nachbarn. Wer merkt, welche Farben und Zahlen ein Gegner aufnimmt, wirft anders ab. Die stärksten Spieler gewinnen weniger über ihre eigene Hand als über das, was sie den anderen verweigern.

Mit diesen Grundlagen bist du spielbereit. Die Feinheiten wie Topfaufbau, Einsätze und Turniere lernst du am schnellsten am Tisch selbst.

Selbst ausprobieren?

Auf Gamorio sind die Okey-Tische jeden Tag offen: die Anmeldung ist kostenlos, gespielt wird direkt im Browser.

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